CORRfinder
Die Zukunft der Rohrleitungsprüfung
Vor allem in der chemischen Industrie unterliegen Leitungen durch hohe Drücke, hohe Temperaturen und aggressive Medien extremen Beanspruchungen. Die Instandhaltung solcher Leitungssysteme ist eine zentrale, aber auch komplizierte Aufgabe: Korrosiver Materialabtrag oder Risse in unzugänglichen Bereichen müssen entdeckt und überprüft werden.
Defekte müssen mit vertretbarem Aufwand früh und genau geortet und bewertet werden – für die Verfügbarkeit der Anlagen, zur Minimierung der Haftung für Umweltschäden durch Leckagen und zur Erfüllung der gesetzlichen Betreiberpflichten.
- Bis zu 20 m Messlänge je Richtung
- Zerstörungsfrei
- Ohne Tiefbau

Vorteile des Verfahrens
- Prüfung über bis zu 20 m (beidseitig ab Ansatzstelle des Prüfkopfs)
- Hundertprozentprüfung der Rohrwand innen und außen
- Trockene Prüfung ohne Koppelmittel
- Auch bei Rohren mit größerem Durchmesser
- Im laufenden Betrieb (gasförmiges oder flüssiges Medium)
- Auch bei stark gebogenen Rohrleitungen
- In nicht zugänglichen Bereichen, ohne Freilegen der Rohre
- Beliebig reproduzierbar – ideal zur Beobachtung von Veränderungen
Leistungserbringung
- Computergestützte, kontinuierlich überwachte Durchführung und Auswertung
- Vollständig reproduzierbare Ergebnisse
- Nach DIN EN ISO/IEC 17025 als zerstörungsfrei akkreditiert
- Anerkannt nach der International Laboratory Accreditation Cooperation (ILAC)
- Prüfpersonal nach DIN EN ISO 9712 und ASNT
Weitere Einsatzmöglichkeiten
Dank der großen Reichweite eignet sich das Verfahren auch für Hochmaste:
- Sendemaste
- Bühnenmaste
- Windmessmaste
- Maste auf Sportstätten
Beschreibung des Prüfsystems
Ein Prüfkopf aus einem oder mehreren Ultraschall-Sendern und -Empfängern wird auf der Rohrwand befestigt. Durch Überlagerung von Magnetfeldern und Wirbelströmen (Lorentzkraft und Magnetostriktion) entsteht in der Rohrwand eine Ultraschallwelle, die sich als Impuls in eine Richtung ausbreitet und die gesamte Wanddicke erfasst. Liegt in Prüfrichtung korrosiver Wandabtrag vor – innen oder außen –, wird ein Teil der Energie zum Prüfkopf reflektiert.
Ein Rechner wertet die Reflexionen aus und stellt sie als Mantelabwicklung (Scan) dar, die Stärke der Reflexion farblich codiert. So hat der Prüfer innerhalb weniger Minuten einen ersten Überblick über den Zustand des Rohres. Weil sich geführte Wellen innerhalb der Rohrwand ausbreiten, gelingt die Prüfung unabhängig von der Oberflächengeometrie: Korrodierte Bereiche lassen sich ohne Freilegen im Idealfall bis zu 20 m entfernt (40 m in zwei Richtungen) lokalisieren und bewerten.
Prüfergebnis und Dokumentation
Da das Verfahren vollständig reproduzierbare Ergebnisse liefert, lässt sich mit einer Wiederholungsmessung nach einiger Zeit durch Vergleich zusätzlich die Korrosionsgeschwindigkeit ermitteln. Der Scan wird gespeichert und mit einem Digitalbild des Rohres zu einem vollständigen Prüfbericht zusammengefasst – die Form der Dokumentation richtet sich nach Ihren Wünschen.
Grenzen der konventionellen Prüfmethoden
Besonders problematisch sind nicht frei zugängliche Rohrleitungen und -abschnitte:
- teilweise einbetoniert
- mit dem Mauerwerk verbunden (Wanddurchführungen)
- wärmeisoliert
- mit Bitumen isoliert
- im Erdreich verlegt
Bisher eingesetzt werden kathodischer Korrosionsschutz, intelligente Molchung, Durchstrahlungsprüfung, konventionelle Ultraschallprüfung, Oberflächenrissprüfung sowie Sichtprüfung und Endoskopie. Bis auf die Molchprüfung messen all diese Verfahren korrosiven Materialabtrag nur lokal.
Dafür müssen Wanddurchführungen freigestemmt, Isolierungen entfernt und Erdreich abgetragen werden – nur um dann Punkt für Punkt mit einem konventionellen Prüfkopf zu messen. Gleitkufen, Leitungen auf Rohrbrücken oder in Mauerdurchführungen lassen sich nur stichprobenweise oder gar nicht kontrollieren. Eine Molchung kommt für gebogene und mit Flanschen, Verzweigungen oder Armaturen versehene Rohre – etwa Ankerrohrtouren an Kavernenspeichern – nicht in Betracht, und für lokale Prüfungen steht ihr Aufwand in keinem Verhältnis zu den Kosten.
Für diese Aufgabe haben wir CORRfinder entwickelt: Gemeinsam mit den Wissenschaftlern und Ingenieuren des Fraunhofer-Instituts IZFP in Saarbrücken entstand exklusiv für uns ein Ultraschallprüfsystem auf Basis der EMUS-Technologie (elektromagnetischer Ultraschall).

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